Achill Island - Irlands wilde Schönheit

Christin Bartling, 29.05.2018

 

Achill Island - Irlands wilde Schönheit

Ein Reisebericht von Christin Bartling

Brüllender Lärm hüllt mich ein, als ich an den Rand der Klippen trete. Unter mir tobt der Atlantik. Das unablässige Rauschen verdrängt jeden störenden Gedanken aus meinem Kopf. Katapultiert ihn regelrecht aus meinem Inneren. Ich stemme die Füße fest in den steinigen Untergrund und gehe leicht in die Hocke. Eine Windböe peitscht an mir vorbei und testet meine Standhaftigkeit. Fordert mich heraus, indem sie abrupt die Richtung wechselt, mich an der Schulter berührt oder in die Seite kneift. Mit einem mal ist es absolut still. Kein Geräusch dringt an meine Ohren. Vorsichtig lockere ich meine angespannten Muskeln, behalte jedoch den festen Stand bei. Wie ein Surfer während des wilden Tanzes mit der aufgewühlten See. Als hätte er meine Gedanken gelesen, saust ein erneuter Windstoß vom offenen Meer auf mich zu, spielt mit meinen Haaren und  zupft an meinen Hosenbeinen.

Ein lautes Donnern lenkt meine Aufmerksamkeit nach rechts. Dort schießt eine gewaltige Fontäne in die Höhe. Winzige Wassertropfen zerstäuben zu einem feinen Nebel. Mit einem mal kämpft sich die Sonne durch die dicke Wolkendecke. Unwillkürlich breitet sich ein Lächeln auf meinem Gesicht aus. Abertausende dieser flüssigen Perlen zaubern einen Regenbogen vor meine Augen, während sie durch die Luft  wirbeln.  Bis ich den salzigen Geschmack des Meeres auf meinen Lippen schmecken kann. Zu meiner linken Seite klatschen erneut Wellen gegen einen kleinen Felsvorsprung. Dieses Naturschauspiel ist absolut fantastisch. 

Der Atlantik vor Achill Island gibt sich besonders viel Mühe um seine Besucher zu beeindrucken. Wolken fliegen am Horizont vorbei. Der Himmel ist eine undurchdringliche graue Wand. Man braucht schon etwas Geduld um ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen. Doch wenn dies geschieht, dann ergießt sich goldenes Licht auf den aufgepeitschten Ozean. Urplötzlich verwandelt sich das graue, schäumende Meer in einen farbenprächtigen Teppich, der so oft besungenen Shades of green. Im stetigen Auf und Ab der Wellen steigt aus der Tiefe ein algengrün an die Oberfläche, vermischt sich dort mit blau zu einem türkis. Ich bin von dieser wilden Schönheit fasziniert. Verliere mich in diesen Anblick und lasse meine Träume über die Wellen fliegen. 

Leises Blöken mischt sich in mein Bewusstsein. Ich drehe mich um und erblicke gemütlich kauende Schafe. Wie vom Himmel gefallene Wolken spazieren sie völlig unbeeindruckt über die größte Insel Irlands. Das grasgrüne Moos unter ihren Hufen sinkt bei jedem Schritt ein. Fast schon ein wenig gelangweilt balancieren sie entlang der abschüssigen und zerklüfteten Abhänge.

Achill Island liegt in der irischen Grafschaft Mayo, ist ca. 150qkm groß und beherbergt mit den nördlichen Ausläufern des Croaghaun Mountain (668m) eine der größten Steilklippen Europas. Dieses kleine Glück, ungezähmter Natur, begegnet einem auf dem Wild Atlantic Way, von Belmullet nach Westport. In Achill Sound verbindet die Michael-Davitt-Brücke Achill mit dem Festland.

Und genau dort beginnt für jeden ein unvergleichliches Abenteuer. 







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