Mit dem Wohnmobil nach Norwegen

Michael Staake, Christin Bartling, 22.09.2018  

Bevor euer großes Abenteuer, Norwegen, mit der fantastischen Natur, den Seen und Fjorden, den Bergen und Fjellen beginnen kann, haben wir hier für euch einige Informationen, Tipps und Tricks aus unseren Erfahrungen von fünf Norwegen-Reisen zusammengestellt.

Tipps & Tricks für die Reise mit PKW oder Wohnmobil nach Norwegen

Reiseführer, Wanderführer und Kartenmaterial für Norwegen

Je nach Ausgangslage, ob es die erste Reise ist oder man sich in Norwegen auskennt, ob man einen Überblick bekommen möchte oder man eine Region ganz genau erkunden möchte, empfiehlt es sich Reiseführer und Kartenmateriel zu besorgen. Wir haben immer mindestens zwei unterschiedliche Reiseführer im Gepäck, den Dumont Reiseführer Norwegen und den Skandinavien-Reiseführer von Werner Rau,  wobei letzterer ein Augenmerk auf Camping und Wohnmobil legt.

Wer in Norwegen wandern möchte, dem empfehlen wir die Rother Wanderführer, bspw. für Jotunheimen/ Rondane, norwegens Süden, Raum Geiranger/ Trondheim oder die Lofoten. Weiter empfehlen wir genaueres Kartenmaterial, vorallem wenn man gern abseits der Hauptrouten unterwegs ist, wird man ohne diese schwer auskommen. Bezogen auf Genauigkeit und Auflösung haben sich für uns die fünf Norwegen-Karten von Kümmerly & Frey bewährt, welche 1:1 Kopien der norwegischen Cappelen Kart sind. Mit diesen Karten hat man sehr schnelle einen Überblick über Hauptstraßen, Gravelroads, Mautpflicht der Nebenstraßen und Durchfahrtsverboten. Karten kleineren Maßstabs wie z.B. die ADAC Länderkarte Norwegen mit können wir aufgrund der sehr geringen Auflösung, 1:750000, nur bedingt empfehlen.

Dokumente, Versicherung, Kreditkarte und Bargeld in Norwegen

Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass gehört genauso ins Reisegepäck, wie eine gültige Krankenversicherung für medizinische Notfälle. In einem EU-Land ist man über die europäische KV-Karte, also die Rückseite der deutschen KV-Karte, versichert. Auch in Norwegen, welches dem EWR aber nicht der EU angehört,  wird man im Notfall damit behandelt.

 

Norwegen gehört nicht zur Eurozone, d.h. die Landeswährung ist die norwegische Krone. Für die in Norwegen übliche Bezahlung mit Kreditkarte bedeutet dies, dass ggf. Gebühren beim Bezahlen oder Geld abheben mit der Kreditkarte an. Die Gebühren betragen bspw. zwischen 1%-2% der mit der Kreditkarte bezahlten oder vom Konto abgehobenen Summe, ggf. kommt auch eine Gebühr für das Abheben dazu. Wir empfehlen die genauen Bedingungen des eigenen Kreditinstituts zu prüfen und ggf. eine andere Kreditkarte zu nutzen, bei welcher diese Gebühren nicht anfallen. 

 

Neben der Kreditkarte ist in Norwegen aber auch teilweise noch Bargeld erforderlich und man sollte immer ein paar Kronen zur Hand haben. Sei es die Gebühr für die Parkuhr, kleinere Mautstraßen oder die frischen Erdbeeren oder Äpfel der Bauern am Wegesrand, manchmal aber sogar die Kosten für einen kleineren Campingplatz. Fernab der Europastraßen kann man eventuell nicht alles mit Kreditkarte zahlen.

Handy und Internet in Norwegen

Ihr werdet begeistert sein! Der Handy-Empfang in Norwegen sowie Skandinavien insgesamt ist mit Abstand der beste den wir in unseren bisherigen Reisezielen erlebt haben. Selbst auf den Inlandsfähren und in den mitunter sehr langen Tunneln hat man besten Empfang. Lediglich in abgelegenen Tälern und im Gebirge ist größtenteils kein Netz verfügbar.

Um hohe Handyrechnungen zu vermeiden, sollte man beim jeweiligen Mobilfunkanbieter nachfragen oder im Vertrag nachsehen, ob Norwegen im EU Roaming mit inbegriffen ist. Bei unseren beiden Verträgen ist dies der Fall und es gelten die gleichen Tarifkonditionen wie zuhause.

Wer anstatt des Handynetzes Wifi, also Wlan, nutzen möchte, kann dies in allen öffentlichen Einrichtungen wie bspw. Restaurants, Supermärkte, Campingplätzen, Touristeninformationen, Bibliotheken tun. Visitor Center und Einkaufszentren haben meist ein Café/ eine Kantine und wenn man dort eine Kleinigkeit isst oder trinkt, kann man dort das Internet bequem nutzen.

Die richtige Kleidung für den Norwegen-Urlaub

Die richtige Kleidung für die Reise nach Norwegen ist ein Thema, was wir oft gefragt wurden. Selbst wenn man einen Sommerurlaub in Norwegen verbringen möchte, muss man für alle Eventualitäten gerüstet sein. Das Wetter bietet von Sonne über Wind und Regen bis hin zu Hagel und Schnee alles. Damit es euch nicht wie uns in unserem ersten Norwegen-Urlaub ergeht - wir mussten warme Kleidung kaufen. 

 Unser Vorschlag für eure Packliste:

  • Leichte Regenjacke und -hose 
  • Lange, mückenfeste  Kleidung (Seen, im Norden, in den Bergen, Hardangervidda usw.)
  • ganz klare Empfehlung: Fjällraven Wanderhose
  • Wanderschuhe, im Gebirge wie bspw. Jotunheimen eher Bergschuhe
  • Warme Kleidung (dicke Socken, Fleecejacke, Mütze, Handschuhe etc.)
  • Sommerkleidung (Shorts, T-Shirt)
  • Badesachen 

Mit dem Wohnmobil nach Norwegen - Anreise

Fährverbindungen und der Landweg nach Norwegen

Es gibt mehrere Wege um nach Norwegen zu reisen. Wer Fährüberfahrten nicht mag oder die Strecke lieber komplett mit dem Wohnmobil/Camper oder Auto zurücklegen möchte, der wird den Landweg über Dänemark, an der schwedischen Grenze vorbei bis nach Norwegen wählen. Hierbei muss der große Belt und der Øresund überquert werden, beides auf mautpflichtigen Brücken.

Für die direkte Fahrt in den hohen Norden eignet sich dieser Weg auch sehr gut, da man auf schwedischen Straßen wie der E4 besser und schneller voran kommt als in Norwegen.

 

Möchte man sein Abenteuer Norwegen ausgeruht starten und sich etwas Fahrtzeit sparen, dann bietet sich eine Überfahrt mit der Fähre an. Die schnellsten Fährverbindungen nach Norwegen sind die Routen von Dänemark, beispielsweise: Hirtshals-Kristiansand oder Langesund (3:15h) oder Hirtshals-Larvik (3:45h).

Je nachdem welche Region man in Norwegen besuchen möchte oder wenn man sich die weite Anfahrt mit dem Van ersparen möchte, gibt es aber auch Fährverbindungen, welche ab Dänemark weiter nördlich führen.

Seit 2013 gibt es eine Fährverbindung von Hirtshals nach Stavanger (10h), welche sehr früh in Stavanger ankommt und man dann den gesamten Tag zur Weiterfahrt hat. Die Fährstrecke Hirtshals – Bergen (18h) ist derzeit die einzige Verbindung zur norwegischen Atlantikküste. Die Route Frederikhavn – Oslo (8,5h) ist eine weitere Verbindung, die man  ab Dänemark wählen kann. 

Weitere Fähren nach Norwegen

Natürlich werden auch Fähren ab Deutschland angeboten. Zur Auswahl stehen dreu deutsche Fährhäfen. Zum einen gibt es da die Verbindung, zwischen Deutschland und Schweden, von  Travemünde nach Trelleborg (8h) und Rostock - Trelleborg (6h). Zum anderen die Strecke zwischen Deutschland und Norwegen, Rostock - Oslo und  Kiel- Oslo (20h). Diese recht lange Fährüberfahrt ist ideal, um ausgeruht in Norwegen anzukommen. Ihr fahrt in Deutschland bspw. am Abend los und seit am nächsten Vormittag in Norwegen. Durch die frühe Ankunftszeit ist es problemlos möglich noch eine weite Strecke zurückzulegen. Daher eignet sich diese Route für Reisen nach Mittelnorwegen. Für die Reise nach Nordnorwegen, Lappland, zum Nordkap oder auf die Lofoten hat sich für uns Trelleborg als Zielhafen bewährt, da man auf der schwedischen E4, wie schon weiter oben beschriebene, zügig in Richtung Norden kommt.

Mit dem Hund auf der Fähre nach Norwegen

Habt ihr euren Hund dabei, dann ist das natürlich kein Problem. Während kürzeren Fährüberfahrten bleibt euer Hund meist im Camper, Wohnmobil oder Auto. Oftmals gibt es auch Aufenthaltsräume oder spezielle Boxen an Bord für euren Hund. Bestimmte Fährgesellschaften bieten auch die Möglichkeit an, den Hund währen der Überfahrt zu besuchen und für die längeren Stecken gibt es auch die Möglichkeit einer Haustierkabine.

Weitere Infos zur Fährüberfahrt mit eurem Hund und viele weitere Dinge, welche ihr bei der Reise mit eurem Hund nach Norwegen beachten müsst, findet ihr in diesem Artikel.

Fähre online buchen oder vor Ort?

Wir buchen die Fähren ausschließlich online. Erstens ist es völlig unkompliziert und zweitens auch deutlich günstiger. Auch lassen sich Überfahrten - selbst in der Saison - meist relativ kurzfristig, ein bis drei Tage oder je nach Fährlinie auch nur 4h im Voraus, online buchen.  Natürlich kann man auch weit im Voraus seine Fähre reservieren und spart den einen oder anderen Euro, so haben wir das in unserem ersten Norwegenurlauben auch gemacht. Bis wir mit unserem ersten Wohnmobil Hannes, einem alten VW LT35, auf dem Weg nach Travemünde noch unverhofft die Traggelenke wechseln mussten. Die Fähre war gebucht und plötzlich hatten wir ein Problem. Es konnte letztendlich alles geklärt werden, doch bedeutete eine Menge Stress und von Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub war nichts mehr zu spüren. Seit dem buchen wir nur noch online und kurzfristig. Bisher gab es da überhaupt keine Probleme.

Vor Ort bekommt man natürlich ebenso Tickets für die Fähre, aber erfahrungsgemäß sind Diese dann meist deutlich teurer.

Fähren nach Skandinavien im Überblick

Ab Dänemark:

  • Hirtshals-Bergen (18h) 
  • Hirtshals-Stavanger (10h)
  • Hirtshals - Kristiansand oder Langesund (3:15)
  • Hirtshals-Larvik (3:45)
  • Frederikhavn-Oslo (8:30) 

Ab Deutschland:

  • Travemünde-Trelleborg (8h)
  • Rostock- Oslo
  • Rostock-Trelleborg (6h)
  • Kiel-Oslo (20h)

 

Und der Vollständigkeit noch der Landweg:

  • Storebeltbrücke, Øresundbrücke, also Dänemark - Schweden – Norwegen

Freimengen und Einfuhrbestimmungen für Norwegen

Norwegen ist Mitglied des Europäischen Wirtschaftraumes, EWR, aber kein Mitglied der EU, also Europäischen Union, demzufolge gibt es Einfuhrbestimmungen, welche über die Bestimmungen innerhalb der EU hinaus gehen. Verstöße gegen die Zollbestimmungen können empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Für die Einreisebestimmungen eures Hundes haben wir hier einen extra Artikel.

Einfuhr von Alkohol und Zigaretten nach Norwegen

Alkohol ist in Norwegen recht teuer, also möchten viele Reisende Bier, Wein und Spirituosen für den Zeitraum ihrer Reise mitnehmen, aber hier gibt es folgende Freimengen zu beachten:

  • 2 Liter Bier mit einen Alkoholgehalt von 2,5-4,7 vol.-%, pro Person
  • 1,5 Liter Wein mit einem Gehalt von 2,5-22 Vol.-% Alkohol, pro Person
  • 3 Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von bis zu 22 vol.-% ODER 1 Liter mit einem Alkoholgehalt von 22 - 60 vol.-%, pro Person

Für die Einfuhr von Tabak nach Norwegen gelten folgende Freimengen:

  • 200 Zigaretten ODER 250g Tabak und Tabakwaren, pro Person
  • 200 Blatt Zigarettenpapier pro Person

Die Freimengen für Tabak und Alkohol können aber teilweise umgewandelt werden. Beispielsweise kann die Tabak- oder Spirituosenfreigrenze  in Bier gewandelt werden. Weiterführende Informatione dazu findet ihr beim norwegischen Zoll.

Einfuhrbestimmungen von Nahrungsmitteln nach Norwegen

Auch für die Einfuhr von Lebensmitteln nach Norwegen, gibt es Freimengen und Verbote zu beachten. Vorallem das Einfuhrverbot von rohen Kartoffeln scheint hier auf den ersten Blick ungewöhnlich, hat aber einen simplem Hintergrund: in Norwegen gibt es Pflanzenkrankheiten und -Schädlinge wie z.B. den Blattroller nicht. Damit das so bleibt ist die Einfuhr von rohen Kartoffeln verboten.

Beim Auffüllen eures Kühlschrankes im Wohnmobil solltet ihr folgende Freimengen, pro Person, im Blick haben:

  • 10kg Fisch- und Fleischprodukte, ausgenommen Tierfutter
  • 10kg Obst und Gemüse
  • keine rohen Kartoffeln

Weitere Einfuhrbestimmungen nach Norwegen

Neben den oben genannten, üblichen Dingen im Reisegepäck, gibt es weitere Freimengen und Einfuhrverbote, welche man ggf. beachten muss:

  • 600l Diesel bzw. Benzin im Fahrzeugtank
  • 10l Diesel bzw. Benzin im zusätzlichen Kraftstoffkanister
  • Devisen i.H.v. maximal 25.000NOK
  • Medikamente nur für den Eigenbedarf
  • keine Waffen, insbesondere Pfefferspray
  • keine Feuerwerkskörper
  • keine Drogen und Giftstoffe

Weitere Einfuhrbestimmungen, wie z.B. die Menge an Schnittblumen oder zum Anbau bestimmte Pflanzen sollten den normalen Reisenden nicht betreffen.

Endlich angekommen - was gibt es in Norwegen zu beachten?

Freistehen und das Jedermannsrecht in Norwegen

Das Jedermannsrecht, im norwegischen auch Allemannsretten, bezieht sich ausschließlich auf das Übernachten in einem Zelt oder Biwak! Darüber herrscht einige Verwirrung und findige Camper zählen ein Dachzelt oder ihr Eisenzelt dazu. Es ist jedoch ganz einfach: das Jedermannsrecht gilt nicht für motorisierte Fahrzeuge.

Man darf man sich in Norwegen auf das Jedermannsrecht berufen und auf unbewirtschaftetem und nicht umfriedeten Grund sein Lager aufschlagen. Das gilt auch für Strände und in den Nationalparks. Zu beachten wäre dabei jedoch, dass das Zelt nicht in sichtbarer Nähe zu Wohnhäusern (150m Abstand), aufgestellt wird. Im Zweifelsfall einfach höflich fragen.

Wie schon beschrieben, gilt das Jedermannsrecht nicht für  Wohnmobile oder Camper. Offiziell ist das Parken mit dem Wohnmobil, sofern es nicht explizit untersagt ist, am Straßenrand, auf Parkplätzen und Rastplätzen erlaubt, aber nicht das Campen. Also eigentlich so wie in fast jedem anderen europäischen Land auch. Erfahrungsgemäß gibt es keine Probleme wenn man frei steht.

Auf ein Privatgrundstück sollte man sich jedoch nicht stellen. Wenn ihr einen schönen Platz zum Übernachten an einem See oder Fjord entdeckt und dort ein Bootshaus oder eine Hütte seht, dann handelt es sich genauso wie bei Feldwegen mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Privatgrundstück.

Uns ist aufgefallen, dass seit neustem viele kleine Straßen und Plätze mit Steinen, Toren oder Schlagbäumen abgesperrt wurden und oftmals "No Camping" zu lesen ist. Vermutlich haben einige Camper das Jedermannsrecht überstrapaziert und die Norweger haben darauf, verständlicherweise, reagiert. Dennoch ist es in Norwegen absolut problemlos möglich frei zu stehen. Im Süden bzw. an den Fjorden kann es ggf. etwas schwieriger sein etwas ruhiges für die Nacht zu finden. Hier muss man meist auf einen der zahlreichen Rastplätze an den Straßen zurückgreifen, in der Hauptsaison ist man dort dann auch definitiv nicht allein. Je weiter man jedoch Richtung Norden kommt sowie an den Nebenstraßen, den Gravelroads und vorallem auf den Fjellen ist es deutlich entspannter ein schönes und einsames Fleckchen für die Nacht zu finden.

Lagerfeuer in Norwegen

So romantisch und schön es auch ist, das Entzünden eines offenen Feuers ohne Kocher oder Feuerschale in Waldnähe, ist zwischen dem 15. April und dem 15. September, verboten. Auch Außerhalb dieser Zeit: bitte seid vorsichtig und lasst das Feuer nicht unbeaufsichtigt!

Campingplätze in Norwegen

So vielfältig und unterschiedlich wie das Land selbst sind auch seine Campingplätze. Mal romantisch an einem Fjord,  dann wieder abgeschieden und ruhig mit fantastischem Bergpanorama oder in  mitten wilden Vogelgezwitscher eines Waldes gelegen, allerdings auch gern direkt neben einer Hauptverkehrsstraße. Campingplätze sind im Allgemeinen nicht teuer und man kann mit einer Preisspanne zwischen umgerechnet 20€-30€ rechnen, dazu kommen ggf. bei Bedarf noch 10 NOK für die Dusche. Viele Campingplätze sind sehr klein und haben teilweise keine Rezeption. Üblicherweise sucht man sich einen Stellplatz und am Abend kommt der Besitzer und man bezahlt.

Die meisten Campingplätze haben in der Regel von Frühjahr bis Herbst geöffnet. Gerade in Nordnorwegen kann es jedoch außerhalb der Saison schwierig werden einen geöffneten Campingplatz zu finden. In eher stärker frequentieren Gegenden wie bspw. in der Nähe von Skigebieten ist dies eher unproblematisch, es gibt Campingplätze, die das gesamte Jahr geöffnet haben. Auf dem Campingplatz Jostedal in Gjerde bspw. ist ein Übernachten nach vorheriger Anmeldung kein Problem.

Auf jedem uns bekannten Campingplatz gibt es eine ganz normale Stromversorgung über CEE-Steckdose, Wasserhähne für Trinkwasser, teilweise mit Schlauch oder Gardena-Kupplung und Entsorgungsmöglichkeiten für die Chemietoilette und das Grauwasser.

 

Sollte man ohne eigenes Zuhause, also Wohnmobil unterwegs sein, findet man auf nahezu jedem Campingplatz Hütten zum Mieten. Für jeden Geldbeutel gibt es die passende Hütte. Teilweise sind sie mit Herdplatte und Heizung ausgestattet. Im Inneren befinden sich oft Doppelstockbetten, Tisch und Stühle, sowie einen Kühlschrank. Die Ausstattung der Hütte richtet sich nach der jeweiligen Preiskategorie.

Ver- und Entsorgung mit dem Wohnmobil in Norwegen

Die Ent- und Versorgung ist in Norwegen prinzipiell sehr unkompliziert. Es gibt dafür vorgesehene Ver- und Entsorgungsstationen für die man teilweise, aber nicht grundsätzlich, zahlen muss. Manche Campingplätze bieten für Wohnmobile, die nur Ver- und Entsorgen wollem, die Möglichkeit dies gegen eine entsprechende Gebühr zu tun. Die Handhabung ist sehr unterschiedlich, da für den Campingplatz extra Kosten entstehen (vorallem für die Müllentsorgung). Demzufolge bietet nicht jeder Betreiber eine Entsorgung ohne Übernachtung an.

 

Ein großes Problem stellt der Müll generell dar. Es kommt immer wieder vor, dass Reisende ihren Müll in den meist frei zugänglichen Mülltonnen von Campingplätzen oder privaten Müllcontainern am Straßenrand entsorgen.

Möchtet ihr, dass eure Mülltonne von fremden Personen vollgestopft wird? Tut das bitte nicht! Ebenso ist eine Entsorgung in der Natur völlig Überflüssig. Es gibt genügend Möglichkeiten, wie Mülltonnen an Rastplätzen oder die angesprochen die Ver- und Entsorgunsstationen.

 

Ein weiteres übles Thema ist die Entsorgung von Chemietoiletten in der freien Natur. Dies kommt wohl auch in Norwegen vermehrt vor. Ekelhaft...

Straßen, Diesel, Fahrzeugausrüstung – wissenswertes zu Norwegen

Norwegische Straßen

Norwegen hat ein sehr gut ausgebautes Verkehrsnetz mit hervorragend instandgehaltenen Straßen. Dennoch kommt man nicht so zügig voran wie man es aus Mitteleuropa gewohnt ist. Auf den Schnellstraßen Norwegens könnt ihr mit durchschnittlichen 80-90km/h unterwegs sein, auf den Landstraßen hingegen geht es mit 40-60km/h etwas gemütlicher zu. Dafür fliegt die atemberaubende Natur an einem nicht so vorbei und wenn man Glück hat, dann trabt ein Elch neben einem her. Autobahnen und Schnellstraßen findet ihr eher im Süden. Um schnell in den Norden zu gelangen empfiehlt sich die  E6 oder noch schneller: die E4 in Schweden. Wirklich nur empfehlenswert, wenn ihr in kurzer Zeit Kilometer schrubben müsst. Fürs Auge ist das nichts.

Viele Straßen führen über Brücken oder auch in Form von Tunneln durch Berge und auch unter Fjorden hindurch. Euch werden in diesen Tunneln auch Kreisverkehre und Abzweigungen begegnen. Auf sein Navi ist dann nicht immer verlass, da es unter Umständen tief in der Erde keinen GPS-Empfang gibt.

In Norwegen, vorallem in den Gebirgen und im Norden gibt es Gravelroads und teilweise auch single roads. Auf und in diesen teilweise engen und schmalen Straßen und Tunneln wird unter Umständen bei Gegenverkehr ein Rangieren notwendig. Oft gibt es hierzu die mit einem großen M gekennzeichneten Møteplassen (norwegisch für „Treffpunkt“), also Haltebuchten welche ein passieren des Gegenverkehrs ermöglichen, analog der „passing places“ in bspw. Großbritannien.

 

Viele der kleineren Straßen im Gebirge, sowie Pässe sind nicht ganzjährig befahrbar. Oftmals können sie nur zwischen Juni und Oktober befahren werden, da in der restlichen Zeit Schnee liegt und es winterfeste Umfahrungen gibt.

Das Mitführen von Winterausrüstung ist im Zeitraum von Sept. bis Juni durchaus empfehlenswert, je nachdem wo man unterwegs ist. Die Schneemenge ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich und wie wir selbst schon erlebt haben eine Straße innerhalb kürzester Zeit nicht mehr befahrbar. In Norwegen ist keine Schneekettenpflicht für Fahrzeuge bis 3,5t vorgeschrieben.

Eine weitere sinnvolle und nützliche Ausrüstung in der dunklen Jahreszeit sind Zusatzscheinwerfer, vorallem wenn eure fahrzeugseitigen Scheinwerfer nicht die hellsten sind. Im Sommer werdet ihr keine benötigen, denn es ist ja auch nachts relativ hell.

 

Weitere Infos zum norwegischen Straßenverkehr:

  • Abblendlicht oderTagfahrlicht ist Pflicht
  • Polizei: 112
  • Rettungsdienst: 113

Fähren und Mautstraßen in Norwegen

Norwegen ist nicht nur das Land der unglaublichen Tunnel und Brücken, auch gibt es unzählige Fährverbindungen. Diese findet man vor allem natürlich in Fjordnorwegen bzw. an der Küste.

Je nach Strecke haben wir im Schnitt für unser Wohnmobil mit 7m Länge incl. Fahrer und einem zusätzlichen Erwachsenen zwischen 15 und 30 Euro bezahlt. Meist handelt es sich um offene Fähren mit ein oder eineinhalb Fahrzeugsdecks, wir waren jedoch auch schon auf geschlossenen Fähren mit Fahrzeugdeck im Bauch des Schiffes unterwegs. In einigen Fällen müsst ihr das Auto verlassen und einen der Aufenthaltsräume aufsuchen, habt ihr einen Hund dabei, kann er entweder im Auto bleiben, es gibt spezielle Aufenthaltsräume oder ihr könnt ihn mit an Deck nehmen.

Erfahrungsgemäß reicht es aus zu dem jeweiligen Hafen zu fahren und dort die Fähre zu nehmen. Da es sich meist um Verbindungen einer Straße handelt ist das sozusagen selbsterklärend, denn die Straße endet am Fährhafen. Die meisten der dieser Fährverbindungen werden nur tagsüber bedient. Genaue Fährzeiten bzw. die Fahrpläne findet man im Netz. Wird die Zeit abends etwas knapp und ihr verpasst die letzte Fähre, kann man an den meisten Fährhäfen auch auf dem Parkplatz übernachten.

Neben den normalen Landstraßen gibt es zahlreiche, meist sehr gut ausgebaute, Schnellstraßen und Tunnel, für welche teilweise eine Maut zu entrichten ist. Ihr habt zwei Möglichkeiten die Maut zu zahlen. Zum einen könnt ihr euch im Vorfeld bei „Autopass“, mit dem Autokennzeichen und der Kreditkarte, anmelden. Dann werden die Kosten für die Mautstraße direkt von eurem Kreditkartenkonto abgebucht. Meldet ihr euch dort nicht an, dann wird das Kennzeichen eures Wohnmobils bzw. Autos bei jeder Benutzung einer Mautstraße registriert und die Mautkosten werden auf einem Konto gesammelt und euch in Form einer Rechnung nach Hause geschickt. Im Sommer 2018 hat das ca. 6 Wochen gedauert, bis die Rechnung im Briefkasten lag.

Teilweise sind die Mautstrecken nach einiger Zeit nicht mehr mautpflichtig und es entstehen euch keine Kosten. Die Norweger verwenden die Maut um Straßenbau-Projekte zu finanzieren. Ist das Objekt finanziert, gibt es keine Notwendigkeit mehr eine Maut zu erheben. Ein Beispiel hierfür ist z.B. den Tunnel auf die Nordkapp-Insel Mageroya, welcher seit einigen Jahren nicht mehr mautpflichtig ist.

 

Neben diesen genannten Mautstraßen, -brücken und –tunneln gibt es da noch die schönen, wirklich sehenswerten Mautstraßen – die Gravelroads, Bomveien bzw. Schotterstraßen.

Dies sind meist private Nebenstraßen, Sackgassen oder kleine Verbindungsstraßen übers Fjell. Meist ist eine Maut von ca. 50 NOK zu entrichten, bei den bekannteren und längeren auch mal 75 oder 100 NOK. Als Gegenwert bekommt man die Instandhaltung dieser teilweise grandiosen Sträßchen durch eine atemberaubende Kulisse oder zu wunderschönen, abgelegenen Plätzen.

 

Unser Video zu norwegischen Gravelroads und wie die Maut dort üblicherweise zu entrichten ist:

Dieselpreise in Norwegen

In Norwegen zahlten wir zwischen 14,50 und 16 norwegischen Kronen (NOK). Das sind umgerechnet zwischen 1,50 und 1,70 Euro und somit ca. 20-45 cent mehr als in Deutschland zur gleichen Zeit, im Sommer 2018.

Wie überall gibt es Markentankstellen sowie günstigere Tankstellen in größeren Ortschaften. In dünner besiedelten Regionen ist die Auswahl der Anbieter und auch die Anzahl der Tanksäulen meist geringer, aber dennoch ausreichend. Einen Reservekanister haben wir aber noch nie gebraucht, auch nicht in Lappland.

Essen in Norwegen, Restaurant - Imbiss - Selbstversorger

In Norwegen gibt es unzählige Cafés, die ein bisschen an Kantinen erinnern und meist fastfood, wie Burger, Pizza oder Hotdogs, aber auch Kuchen und eben Kaffee im Angebot haben. Diesen schnellen Imbiss bekommt man an Tankstellen, Visitorcentern und an Fährstationen. Ein Burger mit Pommes kostet hier aber auch gerne mal 150 norwegische Kronen, also über 15€ und dabei muss das aber kein ausgesprochen guter Burger sein. Die Qualität ist sehr unterschiedlich. wir hatten schon ein Stück Fleisch zwischen zwei Brothälften, ohne sonstigen Belag und manchmal auch einen super Burger, mit reichlich Gemüse, tollen Soßen und speziellem Brot.

Natürlich ist man nicht auf fastfood angewiesen, sondern kann sich auch gesund ernähren und frisch kochen! In jedem kleineren Lädchen oder größerem Supermarkt gibt es frisches Obst, Gemüse sowie Fleisch und Fisch. Das Sortiment unterscheidet sich eigentlich nicht von unseren Lebensmittelläden, außer vielleicht die riesige Auswahl an verschiedenen Käsesorten und Milchvariationen.

Keine Erfahrung haben wir hingegen mit richtigen, echten Restaurants. Abgeschreckt von angeblich horrenden Preisen, aber vorallem aufgrund fehlender Restaurants in den von uns am liebsten bereisten, dünn besiedelten norwegischen Gebieten, waren wir bisher noch nicht in einem solchen Lokal.

 

Was ihr unbedingt probieren solltet:

Brauner, karamellisierter Käse (norwegisch: brunost): Dieser Käse sieht tatsächlich aus wie ein großes Stück Karamell und ist eine norwegische Spezialität. Es handelt sich dabei um einen Molkenkäse, der aus Kuh-, Schaf-, Ziegenmilch oder einer Mischung daraus hergestellt wird. Die Molke wird solange gekocht, bis der darin enthaltene Milchzucker karamellisiert. Daher erhält er auch seine schöne braune Farbe. Der Käse schmeckt tatsächlich wie süßes Karamell, mit einer dezenten Käsenote. Ein recht spezieller Käse, denn man mögen muss – oder auch nicht.

Eine weitere Spezialität ist der Nökkelost bzw. Cuminost, zu deutsch Schlüsselkäse oder Cuminkäse. Es handelt sich um einen Schnittkäse aus teilentrahmter Kuhmilch und Gewürzen wie Kreuzkümmel (Cuminsamen) und Gewürznelken. Der Name Nökkelost leitet sich von dem norwegischen Wort nökkel, für Schlüssel, ab. Der Cuminkäse ist nach dem Vorbild des holländischen Leidse Kaas entstanden und trägt wie dieser die zwei gekreuzten Schlüssel, wie sie in Leidener Stadtwappen vorkommen. Wir waren von diesem außergewöhnlichen Geschmack total überrascht. So etwas hatten wir noch nicht gegessen. Die Kombination aus Cumin und Nelke mag auf den ersten Blick recht seltsam wirken, man sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Der Nökkelost schmeckt wirklich lecker.

 

Für Angler ist Norwegen das Paradies und was schmeckt besser als ein selbstgefangener Fisch auf dem Grill? Das Angeln im Meer ist grundsätzlich ohne Einschränkungen erlaubt, für das Angeln in anderen Gewässern ist eine Erlaubnis, eine Fiskekort erforderlich. Einen Angelschein wie bei uns notwendig, braucht man in Norwegen nicht.

Mücken in Norwegen

Ein nicht ganz so tolles Thema zum Schluss. Norwegen bzw. Skandinavien ist dafür bekannt, dass es im Sommer scharenweise Mücken gibt. Auch hier kommt es darauf an, wo man ist. Wir hatten in der gesamten Zeit, welche wir in Norwegen verbracht haben, exakt zwei Mal ein richtig massives Mückenproblem. Einmal auf der Wanderung über die morastige Ebene zum Alta Canyon und ein zweites Mal am Espedalsvatnet. Sonst gibt es natürlich auch Mücken, aber unserer Erfahrung nach in einem erträglichen und gut abzuwährenden Maß.

Um auf Mücken und Zecken vorbereitet zu sein nehmen wir zum Einen das pflanzliche Zedan und zum anderen Autan mit. Letzteres empfiehlt sich in Norwegen zu kaufen, wir sind der Meinung, dass das dort vertriebene Autan besser gegen die Mücken wirkt. Über Autan aus Deutschland lachen die norwegischen Mücken nur.

Wir wir unseren Einstein vor Mücken und Zecken schützen und was es sonst noch zu beachten gibt, wenn amn mit dem Hund in Norwegen reist, erfahrt ihr in diesem Artikel.

 

Norwegen ist ein wunderschönes Land mit wahnsinnig beeindruckender, grandioser Natur. Wir waren bisher 5x in Norwegen, insgesamt knapp 4 Monate - und wir haben 2018 wieder einmal festgestellt, dass wir noch lange nicht alles gesehen, bestaunt und erlebt haben. Norwegen ist ein unbeschreibliches Abenteuer, das sich immer lohnt.

Wir wünschen euch viel Spaß auf eurer Reise!







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Kommentare: 1
  • #1

    Joachim Arndt (Mittwoch, 14 November 2018 13:56)

    Hallo ihr DREI!
    Für Eure tollen Beiträge auf YouTube vielen Dank! Das macht Ihr ganz toll! Besonders Eure Norwegen-Filme sind immer wieder schön. Einen kleinen Verbesserungsvorschlag hab ich dazu: mehr Bilder von den schönen Landschaften und nicht so viele Bilder mit dem Selfi-Stick (heist das so? Ich bin digitaler Legastheniker). Nicht böse sein, aber mit den Landschaften in Norwegen kann man nur schwer konkurieren!
    Herzliche Grüße an Eure Fellnase, er ist wirklich ein toller Kerl!
    Gruß aus Schlewig-Holstein
    Euer Abonnent Achim